Leben - Blog


Barbiepuppenmassaker

Zugegeben, Herr M ist kein großer Freund von Barbie, Ken und Co. Irgendwie war das früher immer so ein Mädchending. Jungs fanden Ken traditionell doof, und um von den ausgeprägten Rundungen der Damen angesprochen zu werden, war Herr M noch zu jung. Damals fand Herr M aber auch Mädchen generell noch doof. Das zumindest hat sich geändert. 

Frau M hingegen hatte ein ansehnliches Repertoire an Plastikpuppen der amerikanischen Firma in ihrer Jugend angesammelt. Diese wurden gehegt und gepflegt, um sie irgendwann an ihre Töchter weitergeben zu können. Das hat sie dann auch getan. Und zusammen mit diversen Geburtstags- und Weihnachtsgeschenken ist die Plastikpuppenfamilie inzwischen auf eine wirklich ansehnliche Anzahl angestiegen. Dass im harten Spielealltag dann das ein oder andere Malheur passiert ist wahrscheinlich nicht zu vermeiden. Arm ab, Bein ab, Fuß ab oder Kopf ab – für jeden Chirurgenfetisch ist etwas dabei. Irgendwie tut Herr M das ja auch ein bisschen leid, die Puppen da so liegen zu sehen und so wird geklebt, was noch zu kleben ist. Einzig Ken ist noch nicht auf dem Operationstisch gelandet. Scheinbar wird der nicht bespielt. Manchmal ist es eben auch gut doof zu sein.

 

Bilderbacklog

 

Hach, wie schön! Die Tage werden wieder länger, die Sonne lässt sich für Februar erfreulich oft sehen, und irgend so ein Hoch pustet warme Luft in unseren Garten. Herr M müsste lügen, wenn er behauptet, dass früher alles besser war. Jedenfalls nicht letztes Jahr im Februar.

Was 2018 allerdings deutlich besser, weil geringer war, ist der Rückstand an unbearbeiteten Bildern im viel zu dick aufgeblähten Lightroom Katalog. Fotografen mit modernen Kameras werden wissen, wovon Herr M hier spricht. Dieser Zustand kann sich auch ganz schnell in eine nicht mehr zu stoppende Abwärtsspirale entwickeln, und daher war Herr M die letzten Tage fleißig, hat selektiert, markiert, gecroppt, an Reglern gezupft und exportiert, was das Zeug hält. Und warum ist das einen Blogeintrag wert?

Weil auf unserer Familienwebseite unter dem Punkt Fotografie drei neue Unterseiten hinzugekommen sind, die euch einen kleinen Eindruck unserer Reiseaktivitäten aus dem letzten Jahr geben. Viel Vergnügen!

 

Hoch über München

 

Herr M war mal wieder in München. Nicht aus Spaß an der Freude, sondern weil dort Messe war. Auf der trifft sich die Branche alle zwei Jahre, bespricht fürchterlich wichtige Dinge und feiert sich auch so ein bisschen selbst. Da die Firma, für die Herr M arbeitet seine Anwesenheit irgendwie für unabdingbar hielt, hat sie ihm nicht nur Flugtickets, sondern auch gleich ein Zimmer im gleichen Hotel wie vor zwei Jahren gebucht. Damals noch im fünfzehnten Stock, und heuer dann im einundzwanzigsten. Muss nun wirklich nicht sein, für jemanden, der Frau M schon die Leiter hochschickt, wenn es mehr als drei Meter in die Höhe geht. Herr M könnte jetzt ja auch einfach die Balkontür geschlossen lassen, die Vorhänge zu ziehen und versuchen, die Welt da draußen zu vergessen. Man kann sich aber auch überwinden, rausgehen und ein kleines Panorama vom Ausblick machen. Der ist zugegebenermaßen nicht besonders hübsch, aber immerhin hat sich Herr M getraut.  

 

Spieglein, Spieglein in der Stadt

 

 

Anfang Oktober war Herr M mit der Olympus Fotogruppe in Buxtehude unterwegs. Wir hatten uns als Aufgabe das Thema "Spiegelungen" gestellt. Treffen um 18 Uhr, gemeinsames Loslaufen und falls einer verloren geht, erneutes Treffen um 20 Uhr am Startpunkt. Jetzt mal ehrlich - wer soll da schon verloren gehen bei einer überschaubaren kleinen Gruppe von 8 Personen? Nach nicht mal einer Viertelstunde war ich dann alleine am Hafen unterwegs. Huch.... da hatte mich das zu erarbeitende Motiv so stark in seinen Bann gezogen, dass ich die Aktivitäten der anderen um mich rum, komplett ausgeblendet hatte. So soll Hobby und Entspannung sein. Herrlich! In den nächsten eineinhalb Stunden traf man dann immer mal wieder jemanden aus der Gruppe, fachsimpelte kurz, versuchte sich vielleicht auch am gleichen Motiv und versank dann wieder in seinen eigenen Gedanken und fotografierte alleine vor sich hin. Um 20 Uhr versammelten sich auch wieder alle am Platz vor der Petri Kirche, und es wurde noch das Erlebte besprochen, der ein oder andere Rat eingeholt und beschlossen, beim Treffen im November eine kleine Bildbesprechung durchzuführen, bei der jeder Teilnehmer maximal 4 Fotos mitbringen durfte. Sich einzuschränken und zu limitieren, loszulassen und eine Auswahl treffen zu müssen hat dann doch einige Mühe und Überlegungen gekostet. Hier auf dem Block soll es sogar nur ein Foto sein. Das auszuwählen wiederum fällt mir leicht.

Gutes aus der Pfalz

 

Ach ja, was sollen wir da viel schreiben? Es war mal wieder Wurstmarkt. Wir waren da. Unsere Freunde waren da. Und auch sonst noch viele andere Menschen, die „das Größte Weinfest der Welt“ gefeiert haben. Das Wetter hat mal wieder mitgespielt, so wie die letzten Jahre auch. Und so ist es uns schwer gefallen uns zu erinnern, wann wir das letzte Mal bei 4 Grad im Regen zitternd zwischen den Schubkärchern standen. So richtig wussten wir es nicht, fanden es auch nicht schlimm und machten uns wieder Gedanken darum, ob man sich hätte eincremen müssen, um keinen Sonnenbrand zu bekommen.

 

Und sonst? Der Wein war super. Die Fahrgeschäfte bunt und laut. Das Essen an den richtigen Ständen lecker. Und die vielen tollen Gespräche sehr inspirierend. Kurzum: es war alles so, wie wir uns das gewünscht haben. Und jetzt? Jetzt fiebern wir schon dem nächsten Jahr entgegen und würden uns sehr darüber freuen, wenn wir wieder die Frage des richtigen Lichtschutzfaktors diskutieren könnten.

 

 

Fast wie Urlaub nach dem Urlaub

Jetzt ist der Sommerurlaub auch schon wieder ein paar Tage vorbei. Wir hatten eine wunderbare Zeit, sind mit dem Reisemobil durch Südschweden gefahren, haben das wunderbare Wetter, das tolle Land, sowie die vielfältigen Möglichkeiten sich in der Natur zu bewegen sehr genossen. Dieses Jahr waren die Küsten auf Grund der im ganzen Land vorherrschenden Temperaturen besonders bevölkert. Die von uns angesteuerten Campingplätze waren durch die Bank überdurchschnittlich gut besucht. Zum Glück hatten wir entgegen unserer sonstigen Gewohnheit vorgebucht. Das wäre sonst speziell an der Westküste voll ins Auge gegangen.

 

Jetzt haben wir bereits wieder die ersten Wochen Arbeitswahnsinn sowie den Schulanfang hinter uns. Das Wetter hat zum Glück etwas abgekühlt und wir genießen die knapp über 20 Grad in unserem Garten. Alle zwei Wochen mal ein kräftiger Regen mit wunderschönem doppelten Regenbogen hilft auch den Pflanzen, sich nach der Hitze und Trockenheit zu erholen und möglichst lange grün zu bleiben. Hoffentlich bleibt das so noch eine Weile. Das ist dann fast, wie der Urlaub nach dem Urlaub.

 

 

Einmal erden, bitte.

 

Da regt sich die Nachbarin darüber auf, wie man geparkt hat. Die Lehrerin gibt der Tochter nur eine 2 für eine fantastische Zeichnung im Kunstunterricht. Der Idiot von schräg gegenüber flext noch an seinem Auto rum, obwohl schon seit 15 Minuten Mittagspause in der Siedlung ist. Der Chef glänzt mal wieder mit Inkompetenz, die Kollegen machen ihren Job nicht ordentlich und der Handwerker, der den Pfusch von der letzten Badsanierung in Ordnung bringen soll, meldet sich seit Wochen nicht mehr. Und der einzig wahre Ort für den langersehnten bevorstehenden Sommerfamilienurlaub ist ausgebucht. Stress, Stress, Stress und überall nur rumgenöhle. Wenn all diese Unwegbarkeiten des Alltags für schlechte Laune und chronische Unzufriedenheit sorgen, hilft es, von Zeit zu Zeit die eigene Wahrnehmung zu resetten und auf ein normales Mass zurecht zu stutzen. Ich nenne das gerne "sich erden".

Das richtige Event dafür ist definitiv das Lumix Foto Festival in Hannover. Eine Veranstaltung bei der Nachwuchsfotografen, die in der Reportagefotografie zu Hause sind im Mittelpunkt stehen. Wobei weniger die Fotografinnen und Fotografen im Mittelpunkt stehen, obwohl sie es verdient haben, sondern ihre Reportagen. Es geht um skurrile und tragische Schicksale, wie die Dokumentation über Braunlage und deren verbliebene Einwohner, einer einst blühenden Ferienregion, die inzwischen in großen Teilen einer grotesken Reminiszenz an die siebziger Jahre gleicht. So absurd es klingt - das sind die heiteren Seiten der Ausstellung. Sehr viele Serien drehen sich um Krieg, Mord und Vertreibung. Um Umweltverschmutzung, Ausbeutung von Land und Leuten und die Zerstörung unserer Erde. Harter Stoff. Vor allem in der Masse. 

Wenn man dann nach ein paar Stunden wieder in sein Auto, die U-Bahn oder aufs Fahrrad steigt, ist man sich völlig bewusst, wie unbedeutend die eigenen Aufreger des Alltags sind. Und wenn Frau Nachbarin sich bei der Ankunft zu Hause mit größtmöglicher Empörung darüber beschwert, dass die Hecke unbedingt geschnitten werden muss, kann man sich ein mitleidiges Lächeln nicht verkneifen.

 

Ein Mann und sein bester Freund

 

Eieiei, da hat es Herrn M mal ganz ordentlich zerlegt. Darum war hier auf dem Blog auch wenig los. Aber rechtzeitig zur wieder aufziehenden Helligkeit, man sagt wohl "die Tage werden wieder länger" geht es hier auch wieder los.

Als ersten Beitrag des Jahres ein Foto, das bei einem Spaziergang letztes Wochenende entstanden ist. Ihr seht hier Herrn A (den kennt ihr aus früheren Blogbeiträgen schon - das ist der mit dem Holz) mit seinem Hund Rudi. Wir hatten uns zu einem Spaziergang im nahe gelegenen Braken verabredet und hatten Glück, dass es während unseres Gassigangs angefangen hat zu schneien. Der eigentlich triste Wald verwandelte sich in wenigen Minuten in eine Winterlandschaft und bildete eine schönen Kontrast zu den beiden spielenden Hunden. Es sind ein paar wirklich tolle Bilder entstanden, die nach und nach in den Instagramfeed wandern werden. Das hier mag ich ganz besonders, da es so etwas herrlich melancholisch vertrautes hat. So kann das Jahr fotografisch gerne weiter gehen...

 

Kos im Oktober - leider geschlossen

Im Oktober hatte ich die Gelegenheit mit den meisten meiner Arbeitskollegen ein verlängertes Wochenende in Griechenland, genauer gesagt auf der Insel Kos verbringen zu dürfen. Es ging ums Lernen, Netzwerken, Durchatmen und Feiern. Das Wetter war warm und windig. Eigentlich sehr angenehm, wobei ein bisschen weniger Wind auch gereicht hätte. Ansonsten ist das schon eine ziemlich traurige Nummer auf der Insel. Man hat wirklich das Gefühl, dass alles vom Tourismus abhängig ist. Umso erstaunlicher, dass Mitte Oktober schon so viele Geschäft geschlossen und die meisten Hotels nur noch spärlich besucht sind. Stellvertretend für die Situation ein Gespräch mit einem Taxifahrer, hier sinngemäß und ins deutsche übersetzt: 

"es  ist ein Uhr - wo kann man denn noch feiern gehen?" "der einzige Club ist im Zentrum von Kos" "können sie uns dahin fahren?" "ja, aber der Club ist zu" "wie? zu? es ist Samstagnacht..." "ja, aber es ist Oktober!"

Und dazu hatte er einen völlig verständnislosen Blick, der keine weiteren Fragen zuließ.  Wir haben dann doch noch eine Bar gefunden und den Wirt dazu überredet, Ouzo in halbliter Karaffen an uns zu verkaufen. Ich denke, er hat es nicht bereut noch geöffnet zu haben... im Oktober!

 

Endlich wieder Wurstmarkt!

 

Auch dieses Jahr war wieder Wurstmarkt. Für alle, die es nicht kennen: das größte Weinfest der Welt!

Leider ließ es die diesjährige Konstellation nicht zu, unseren Aufenthalt in Bad Dürkheim auch nur um einen Tag zu verlängern. Also sind wir Freitagabends nach der Arbeit losgefahren, mitten in der Nacht angekommen und am Sonntag nach dem Frühstück auch schon wieder zurück gefahren. Ganz schön viel Gurkerei für ein paar Gläschen Wein könnte man jetzt denken. Es ist aber einfach mit die schönste Zeit im Jahr, all die lieben Menschen zu treffen, mit ihnen zu schnacken, zu feieren und ja, auch ein paar Gläschen Wein zu trinken. Hach..... Herrlich!